Full Lyrics
Das dritt Hauptstück, die Lieb ihr Näst,
zu Gott sein hoch und starck auffricht,
auch zu dem Nächsten auff das best,
weit und breit in das Werck auffbricht.
Erst musz der Glaub ins Herz hinein,
als dann Hoffnung und Liebe rein,
am Glauben ist nicht gnug allein.
Dich lieb ich Gott, O Vatter mild,
führ mich wohin du immer wilt,
und gsetzt dasz mein Will gar nicht woll,
so musz er wann er weinen soll:
hilff mir Maria Mütterlich,
damit ich Gott vollkommenlich,
den Nächsten aber lieb als mich.
Die Lieb ein Gab und Tugend ist,
von Gott selbst eingegossen:
mit welcher ein rechtschaffner Christ
sein Nächsten unverdrossen.
Gott aber liebt als höchste Gut,
der allzeit erfrewd Hertz und Muth,
kein Trawrigkeit einschliessen thut.
Dasz du besitzet beyde Lieb,
ist disz ein gewissen Zeichen,
dasz man die Werck der Lieb
steths üb, von Gottes Gebott nicht weichen.
Die Gnad des Herren alles kan,
sie stärckt, beglyet, und führt uns an,
erhält auch auff der techten Bahn.