Full Lyrics
Der Abendsonne letzte Strahlen
umziehn den Wald mit hellem Saum;
die grünen Wipfel küssend, malen
sie gold'ne Lichter in den Baum.
Die Blätter rauschen nicht,
rings tiefe Stille.
Im süßen Abendlicht
wohnt Segensfülle.
Welche Pracht, Waldesnacht!
Wo die reinsten Melodieen
leise durch die Brust mir ziehen.
Schon girrt die Taube in den Zweigen
ein Schlummerlied den Vögelein,
der Nachtigallen Abendreigen
melodisch hallt im dunklen Hain.
Nun senkt herab die Nacht den holden Schleier
und Stern um Stern entfacht sein schimmernd Feuer.
Leis und lind buhlt der Wind.
Und der Abendglocken Hallen
übertönt die Nachtigallen.
O, lass mich ruhen, lass mich träumen
in deinem Frieden, Waldesnacht,
bis hell sich deine Blätter säumen
und dich geschmückt des Herbstes Pracht.
Lehr mich es recht verstehn
dies holde Weben,
um glücklich so zu gehn
durchs laute Leben,
dann herab auf das Grab,
streu dein Laub dem Wandermüden,
gib mir Frieden, gib mir Frieden!